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April 1, 2022

Was ist ein Hygienebeauftragter: Beruf und Aufgaben im Überblick

Was ist ein Hygienebeauftragter

Was ist ein Hygienebeauftragter und was gehört zu seinen Aufgaben?

Kurz auf den Punkt gebracht ist die Aufgabe eines Hygienebeauftragten, Menschen und Produkte vor Infektionen und Kontamination zu schützen.

Im Rahmen seines Berufsfeldes übernimmt er sehr vielseitige Aufgaben in seinem Unternehmen und ist für Umsetzung und Einhaltung der Hygienevorschriften in allen Bereichen verantwortlich (z.B. in der Produktions- und Betriebshygiene oder auch beim Personal). Er ist Teil des jeweiligen Qualitätssicherungssystems und füllt eine der Leitung zugeordnete Stabsstelle aus. Er kann somit im Gegensatz zu einer Hygienefachkraft mit dreijähriger Ausbildung keine leitende Position einnehmen. Dafür dauert eine entsprechende Fortbildung aber auch je nach Einsatzgebiet nur 2-6 Tage und kostet in der Regel nur zwischen 600 – 1.500 EUR.

Er berät in hygienerelevanten Themen und ist u.a. für die Infektionsprävention, deren Überwachung, die Erstellung von Hygiene- und Desinfektionsplänen zuständig und berät bei der Auswahl von hygienischem Verbrauchsmaterial oder anderen hygienerelevanten Anschaffungen. Er plant und führt interne Schulungen durch, begleitet Kolleg*innen bei Zertifizierungs-Audits, kennt sich mit dem richtigen Umgang mit verschiedensten Infektionserregern aus und wirkt bei der Erfassung und Dokumentation von nosokomialen Infektionen mit.

Hygienebeauftragter Aufgaben
Was macht ein Hygienebeauftragter in welcher Branche?

 

In welchen Berufen benötige ich einen Hygienebeauftragten?

Je nach Branche können Sie als Hygienebeauftragter in folgenden Branchen arbeiten:

  • Gesundheitswesen (z.B. im Bereich Hauswirtschaft)
  • Lebensmittelproduktion, Fleischverarbeitung, Verkauf und Transport von Lebensmitteln
  • Pharmaindustrie, Labore, chemische Industrie
  • Freizeitbereich
  • Kinder- und Jungendeinrichtungen
  • Tatortreinigung oder Schädlingsbekämpfung
  • Gemeinschaftseinrichtungen
  • Film und Fernsehen
  • Schädlingsbekämpfung
  • Bestattungsinstitute
  • u.v.m

In den o.g. Branchen greifen dabei allerdings jeweils ganz andere Gesetze und Vorschriften. Die erfordern wiederum eine ganz spezifische Qualifizierung für Hygienebeauftragte exakt für nur diesen Bereich.

So werden Hygienebeauftragte z.B. vor allem in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Arztpraxen, aber auch in Schulen, KiTa’s, Gesundheitsämtern benötigt, aber auch in Fleischer- oder Metzgereien, Restaurants und Großküchen. Weiteren Einsatz finden sie im Lebensmitteltransport und –verkauf, oder auch in Tattoo-Studios, bei Festivals oder anderen Großveranstaltungen, der Schädlingsbekämpfung und vielem mehr benötigt.

Sie sehen also: die Einsatzmöglichkeiten und Anforderungen können je nach Einsatzgebiet durchaus sehr unterschiedlich sein und durchaus Fachkenntnisse erfordern, die in anderen Bereichen wiederum nicht benötigt werden. So kann man sich genau nach seiner persönlichen Neigung oder den beruflichen Anforderungen gezielt für genau das entscheiden, was für einen das Richtige ist.

Was bedeutet das für die Ausbildung?

Die Aus- bzw. Fortbildung zum Hygienebeauftragten wird in der Regel von vorne herein auf das spezifische Einsatzgebiet ausgerichtet, so dass man danach alle für seine jeweilige Branche geltenden und notwendigen Regularien und Kenntnisse beherrscht. Würde man in einen anderen, branchenfremden Bereich wechseln, empfiehlt es sich daher (oder ist seitens des Arbeitgebers sogar verpflichtend), für die neue Branche einen erneuten Fachlehrgang zu besuchen.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Ausbildung

Hier ein paar Beispiele aus den Einsatzbereichen der Pflege, Pharma- und Lebensmittelindustrie, die den Grund dafür gut veranschaulichen:

Gemeinsamkeiten:

  • Teilnahme an Arbeitsgruppen und Qualitätszirkeln
  • Begleiten von Zertifizierungs-Audits
  • Unterrichten von Kolleg*innen zu hygienischem Verhalten
  • Durchführung und Planung von regelmäßigen Schulungen zur betrieblichen Hygiene
  • Mitwirkung beim Erstellen betriebsspezifischer Hygienepläne und Standards
  • Mitwirkung beim Umgang mit bereichsspezifischen Infektionsrisiken
  • v.m

Unterschiede:

Je nach Tätigkeitsfeld gibt es aber auch teilweise grundlegend andere Anforderungen an das mitzubringende Fachwissen (sei dies organisatorisch, logistisch, rechtlich und branchenspezifisch).

  • Lebensmittelbereich:

Im Lebensmittelbereich ist zusätzlich ein fundiertes Wissen über das HACCP-Konzept erforderlich (Hazard Analytics and Critical Control Points–Konzept), da hier im Berufsalltag eines Hygienebeauftragten eine entscheidende Aufgabe die Durchführung von entsprechend vorbeugenden Untersuchungen und deren Dokumentation ist, welche in anderen Branchen keinerlei Relevanz haben. Ebenso sind hier fundierte Kenntnisse zur DIN 10514 erforderlich, die wiederum in anderen Bereichen keine relevante Rolle spielt und deswegen eine eigens auf diese Sparte zugeschnittene Ausbildung erfordert.

  • Gesundheitswesen/Pflegeberufe:

Im Gesundheitswesen und der Pflege dagegen liegt ein Schwerpunkt im Unterstützen des Krankenhaus-Surveillance-Systems (KISS) durch Mitwirkung bei der fachkundigen Erfassung und Dokumentation von nosokomialen Infektionen und der Kontrolle des korrekten Umgangs mit z.B. MRSA erkrankten Patienten. Die speziellen Kenntnisse, die man hierfür benötigt, bekommt man nur in einen auch auf diesen Berufsbereich zugeschnittenen Lehrgang vermittelt. Ebenso sind meist auch zusätzliche Kenntnisse zum Umgang mit Sterilgut und fachgerechter Aufbereitung von Medizinprodukten sowie deren Funktionsprüfung erforderlich.

Hygienebeauftragter Hauswirtschaft
Ausbildung als Hygienebeauftragter in der Hauswirtschaft beim Hygiene Institut Schubert

 

  • Pharma/Labore/Chemie:

In diesen Branchen gelten auch wieder ganz andere Voraussetzungen und Vorgaben, die in vielen Bereichen zu beachten sind. So ist ein Hygienebeauftragter hier zum Beispiel für die operative Umsetzung der Vorgaben und Anforderungen für GMP (Good Manufacturing Practice) zuständig. Ebenso muss man wegen des Überwachungsauftrages zum Hygienestatus der Reinraumbedingungen über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügen. Auch die Mitwirkung bei CAPA Verfahren (Corrective Action Preventive Action) und die Sicherstellung der Umsetzung von SOP’s (standard operation procedures) erfordern das hier spezifische Wissen. Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationswissen nach ganz speziellen Vorgaben und Richtlinien in diesen Bereichen müssen hier auch noch vermittelt werden (Bsp. für Reinraumumgebung, Sauberraumumgebung, Werkbänke, Tierhaltungsbereich etc.).

Welche Voraussetzungen muss ich für diese Ausbildung mitbringen und wo bekomme ich sie?

Praktisch kann jedermann diese Fortbildung absolvieren, allerdings liegt meist eine berufliche Tätigkeit in dem jeweiligen Bereich und damit das verbundene Interesse und der Bedarf an einer solchen für die jeweilige Branche vor. Auch bietet diese Grundausbildung eine gute Basis für weiterführende Qualifikationen, wenn man sich in dem Sektor noch weiterbilden möchte.

Je nach Berufsbild dauert die Ausbildung zwischen 2 bis 6 Tagen und kostet in der Regel zwischen 600 – 1.500 EUR und kann vor Ort, aber auch als Fernstudium absolviert werden.

Ausbildende Institute sind u.a. das Hygieneinstitut Schubert, das Institut Schwarzkopf, der TüV, die spitta-Akademie, die OTL-Akademie, das Studieninstitut für Kommunikation GmbH, viele öffentliche Einrichtungen wie z.B. die Stadt Hamburg, diverse Hygienefachschulen und viele mehr. Einfach googeln und die Auswahl ist unermesslich.

Tipp: Eine intensivere Ausbildung im Bereich Hygiene stellt der staatlich geprüfte Desinfektor dar.

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Thomas Nass


Online-Marketing und Content Management bei der Diop Gmbh & Co. KG

Hallo,
ich bin Thomas Nass und bin Verantwortlicher für den Inhalt und Aufbau von hygiene-standard.com und Disinfection-shop.com. Ich informiere Sie hier regelmäßig zu neuen Informationen zu den Themen Hygiene, H2O2 Dekontamination und Desinfektion.

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